Wofacutan – ein Klassiker ist fünfzig
Zu einem runden Geburtstag wird gratuliert. Dazu gibt es auch allen Grund.
Wofacutan steht für eine äußerst erfolgreiche Formel des reizfreien Waschens.
Diese Formel war ihrer Zeit weit voraus. 50 Jahre Wofacutan bedeuten auch ein
immenses Maß an Verbrauchersicherheit: Seit Mitte der 50er Jahre
bis zur Wendezeit kamen in Ostdeutschland Jahr für Jahr einige Millionen
Abfülleinheiten zur Anwendung - vom Säugling bis zum Senior. Ein
Erfahrungsschatz der seinesgleichen sucht.
Wie alles begann...
Seifenfrei, pH 5,5 – das sind heute Standardmerkmale hautschonender
Waschpräparate. 1953 war das anders. Damals erhielt die Farbenfabrik Wolfen vom
Gesundheitsministerium den Auftrag zur Entwicklung eines Waschpräparates
für hautkranke Patienten, denen der Arzt die Benutzung normaler Toilettenseife
verbieten musste. Waschverbot wird meist als sehr quälend erlebt.
Die Entwicklung des neuen Waschpräparates Wofacutan dauerte nur knapp ein Jahr.
Hier spielte wohl der glückliche Umstand eine Rolle, dass zwischen der
wissenschaftlich-pharmazeutischen Abteilung und den Forschungslabors für
Farbstoffe und Färbeprozesse ein reger Gedankenaustausch gepflegt wurde.
Damals machte die Wollforschung wichtige Fortschritte. Die neuen
Erkenntnisse kamen nicht nur dem schonenden Färben hochwertiger Wolltextilien
zugute, sondern eben auch der Behandlung geschädigter Haut. Wollfasern und Haut
sind chemisch eng verwandt.
Drei wichtige Erkenntnisse waren von Bedeutung:

· Beim Waschen mit normaler Seife stellt sich ein alkalisches Milieu ein, in
dem die Haut aufquillt. Dabei wird auch der Säureschutzmantel gestört. Während
sich dieser bei gesunder Haut nach dem Waschen bald wieder regeneriert,
wirkt die Störung bei geschädigter Haut viel länger nach.
· Haut und Wollfasern haben im pH-Bereich zwischen 5 und 6 den Zustand der
höchsten Widerstandsfähigkeit und der geringsten Quellung. Deshalb wäscht man
feine Wolltextilien nicht mit Seife, sondern bei diesem pH-Optimum mit
synthetischen Tensiden.
· Anionische Tenside ziehen beim pH-Optimum teilweise auf die Oberfläche der
Wollfasern und der Haut auf. Sie bilden einen mehr oder weniger abspülfesten
Haftfilm, der nach dem Waschen auf dem Woll- oder Hautsubstrat verbleibt. Die
anhaftenden Tenside verbinden sich mit Fettsubstanzen aus den wichtigen
zwischenzellularen Schichten („Mörtel“ zwischen dem „Mauerwerk“ der Hornzellen
im Hautmodell) und entziehen diese beim folgenden Waschvorgang. Die
schleichende Entfettung und Entwässerung reizt die Haut, bei feinen Wollfasern
kommt es zu Versprödungen. Um den Aufbau solcher Tensidfilme auf der Haut
zu unterbinden, setzte man beim Wofacutan eine Kombination von zwei Tensiden
ein. Diese rivalisieren um die verfügbaren Oberflächenplätze der Haut und
hindern sich gegenseitig an der Adsorption.
Aktualität und Erfolg der kreativen Produktformel von Wofacutan sind bis
heute noch nicht übertroffen worden. So glaubte ein norddeutscher
Kosmetikhersteller das seit 50 Jahren im Wofacutan benutzte Prinzip der
Kombination rivalisierender Tenside erst kürzlich entdeckt zu haben. Die
scheinbar neuen Erkenntnisse wurden in der wissenschaftlichen Literatur des
Jahres 2001 unter dem anspruchsvollen Titel: „Ein neuer Weg, die Hautfeuchtigkeit
nach Anwendung von Duschprodukten zu erhöhen“ (SÖFW 127(2001)
3) veröffentlicht! Ein Indiz dafür, wie weit Wofacutan seiner Zeit voraus war.
Und was die Dermatologen zu Wofacutan sagten...
Die Hautärzte nahmen das neue Waschpräparat mit Beifall auf. Das erste
Gutachten für Wofacutan trägt das Datum 18. Juni 1954. Es stammt von den
Dermatologen Prof. Dr. Dr. Gertler und Dr. Knapp aus der Hautklinik der
Universität Leipzig. Patienten mit seborrhoischem Ekzem, Akne und Rosacea
wurden über 2 – 6 Wochen täglich mit Wofacutan gewaschen: „Übereinstimmend
wurde von den Versuchspersonen die gute Verträglichkeit gelobt. Objektiv kann
gesagt werden, dass es im Behandlungszeitraum in keinem Fall zu einem Ausbruch
der Hauterkrankung gekommen ist...Das Mittel kann weiterhin auch zu
Haarwaschungen verwendet werden. Es wird sich dabei besonders solchen Frauen
empfehlen, die andere Haarwaschmittel nicht vertragen oder die an einer
Erkrankung der Kopfhaut leiden.“
Ähnlich positiv fiel das im November 1954 von den Herren Prof. Dr. Frühwald
und Dr. Höfer (Hautklinik des Heinrich-Braun-Krankenhaus Zwickau) erstellte
Gutachten aus:
„Bei den impegnisierten Säuglingsekzemen kam es nach Wofacutan-Bädern zur
schnellen Ablösung der Krusten. Besonders geeignet ist Wofacutan auch zur
Beseitigung der Schuppen von der Kopfhaut. Bei Akne- und Rosacea-Kranken...
zeigten sich nach Wofacutan keine Reizerscheinungen. Dies unterstreicht die
hautschonende Wirkung dieses Präparates. Zusammenfassend kann gesagt werden,
dass wir in Wofacutan ein reizloses Körperwaschmittel besitzen, welches zur
Reinigung und Pflege der gesunden und kranken Haut auf Grund seiner
Verträglichkeit und Wirkung bestens geeignet ist.“
Die aus der Pharmasparte der Farbenfabrik Wolfen hervorgegangene Kesla
Pharma Wolfen GmbH weiß ihre wertvolle Tradition auf dem Gebiet der
medizinischen Körperpflege zu schätzen und zu bewahren. Sehr behutsam wurde der
Klassiker Wofacutan zur Produktfamilie weiterentwickelt, die höchsten
Ansprüchen der Hautverträglichkeit genügt. Nur solche Komponenten wurden
ergänzend inkorporiert, deren Wirkungen und Sicherheit außer Zweifel stehen.
Beispiele dafür sind Bioschwefel und Salicylsäure als Antischuppenwirkstoffe im
Haarshampoo sowie Urea und Natriumlactat für Feuchtigkeitspräparate.